Cajamarca, Tag 19

Die Bus nach Cajamarca fährt um 10 Uhr los. Beim Einsteigen gibt es eine lächerliche Sicherheitskontrolle (wenn etwas in der Tasche gefunden wird, kann mans behalten) und warum wir gestern eigentlich unsere Pässe zeigen mussten, bleibt uns auch ein Rätsel.

Auf der sechsstündigen Fahrt plärrt die ganze Zeit in voller Lautstärke der Fernseher, den man auch nicht leiser machen kann. Gezeigt werden hauptsächlich Ballerfilme mit Steven Seagal, also durchaus familientauglich. Mit dem Hören von Podcasts und der Schlafmaske kann ich das Geballere weitestgehend ignorieren. Auf halber Strecke machen wir dann mit in einer staubigen Berglandschaft an einer Raststätte halt. Berge, Kakteen und Aasgeier prägen das Bild, fast wie in einem Western. Die Klos auf der Raststätte sind so schmutzig, dass es sauberer ist, wenn man seine Notdurft in der Natur verrichtet.

Als wir aus dem Bus aussteigen, bemerken wir, dass während der Fahrt im Gepäckraum auf einen unserer Rucksäcke Fischwasser gelaufen ist. Der Rucksack riecht nach vergammeltem Seafood. Das nächste Mal nehmen wir eine andere Busgesellschaft.

In Cajamarca sehen wir auf unserer Reise zum ersten mal einen komplett wolkenfreien Himmel. Die Luft ist wieder dünn, denn die Stadt mit ihren 100.000 Einwohnern liegt 2.800m über dem Meeresspiegel. Die Temperaturen sind mit 20°C sehr angenehm.

Die Stadt ist viel schöner und vor allem viel ruhiger als Chiclayo und auch das Hostel ist sehr einladend und gemütlich. Wir flanieren abends noch durch die Straßen in der Nähe des Plaza de Armas, wo es leider auch viele Bettler gibt, denen oft ein oder mehrere Gliedmaßen fehlen.

Dann gehen wir noch in ein billig anmutendes Restaurant, auf dem auch Cuy (Meerschweinchen) auf der Speisekarte steht. Ich probiere das mal und bekomme einen Teller mit Reis und Kartoffelsoße, auf dem ein Viertel Meerschweinchen inklusive Fuß mit Kralle und ca. drei Gramm Fleisch angerichtet ist. Das Fleisch schmeckt fad, es erinnert ein bisschen an Kaninchen. Mit diesem Fraß wird mein Darm noch drei Tage zu kämpfen haben.

 

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