Cajamarca, Tag 20

Wir laufen ein bisschen durch die Stadt und suchen auch den Minibus um nach Otuzco und den Baños del Inca zu kommen. Haltestellen gibt es ja keine und einen Bus nach Otuzco finden wir nicht, dafür einen, der zu den Baños fährt, wir der Minibus-Monkey lautstark mit seiner nasalen Stimme durch „Baño, Baño, Baños!“ bekommen. Er scheint ziemlich unzufrieden mit seinem Job zu sein, was ja auch nicht ganz unverständlich ist. Das ist aber kein Grund, nicht einsteigende Fahrgäste zu beleidigen.

Die Baños del Inca werden von heißen Thermalquellen gespeist, deren Wasser etwa 70°C warm ist. Angeblich soll sich der letzte Inka-König Atahualpa zu dem Zeitpunkt, als die Spanier um Pizarro einfielen, ein Bad gegönnt haben Atahualpa wurde übrigens, nach dem er von Pizarro genommen und die Lösegeldsumme von drei Kammern voll Gold und Silber erbracht hatte, in Cajamarca durch Strangulieren hingerichtet.

Das moderne Thermalbad ist rundum modernisiert und es werden auch Dienstleistungen wie Sauna und Massage angeboten. Wir entscheiden uns für das halbstündige normale Bad. Nach allen schlecht funktionierenden Thermostaten in den Hotelduschen ist das eine willkommene, wohltuende Abwechslung.

Nach dem wir vom Bad erholt sind, fahren wir mit dem Minibus nach Otuzco, um dort die Ventanillas (Fensterchen) zu sehen. Dieses Monument besteht aus etwa 300 quadratischen Nischen, die in den Fels eingemeißelt wurden. In diesen Nischen befinden sich Gräber.

Wann genau das Monument errichtet wurde, ist unbekannt. Es sind jedoch Keramikteile zwischen 1400 v.Chr. gefunden worden, ein Zeugnis von einer frühen Besiedlung dieser Region.

Leider ist das Monument etwas unspektakulär aufbereitet, Info-Tafeln oder etwas ähnliches gibt es nicht und an die Gräber selbst kommt man nicht direkt heran, weil es mit Kakteen zugepflanzt wurde.

Zurück in Cajamarca, gehen wir beim Chinesen essen. Ich esse nur Reis mit Gemüse, ich muss meinen Darm wegen des Meerschweinchens schonen. Die Portionen sind viel zu groß für uns beide, daher lassen wir uns die Reste einpacken und gehen durch die Stadt, um jemanden zu finden, der das Essen braucht. Schließlich geben wir es einer alten Frau, die sichtlich dankbar darüber ist.

Heute ist auch das Fiesta de Musica und in der Stadt ist eine Bühne aufgebaut und eine Band spielt. Leider wird mein Musikgenuss durch einen bellenden Hund beeinträchtigt, der mit mir spielen will. Ich habe aber von der Grenzerfahrung vor ein paar Tagen noch eine Hundephobie und außer dem nur kurze Hosen an und versuche deshalb ständig, vor dem Vieh reißaus zu nehmen. Ein paar Jugendliche amüsieren sich prächtig darüber, wie ich vor dem Hund wegrenne. Zu allem Überfluss kommt noch ein zweiter Hund dazu und die beiden fangen an, sich zu beißen. Wir gehen runter in die Fußgängerzone und versuchen die Hunde abzuschütteln. Als wir denken, sie wären jetzt weg, kommen sie wieder wie aus dem Nichts auf uns zugerannt. Das bemerke ich erst, als einer von ihnen mit seiner Schnauze an meine Hand kommt. Wir rennen bei dichtem Verkehr auf die andere Straßenseite und dann sind wir sie endgültig los.

Um die Uhr sind auch viele Kinder auf der Straße. Peru ist ein sehr kinderreiches Land. Ein paar Kinder haben die Auto-Alarmanlage eines Pick-Ups für sich entdeckt. Zweimal auf den linken Kotflügel, dann hupt es und wenn man dreimal kräftig draufhaut, dann piept und blinkt es. Und die Kinder lachen und freuen sich.

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