Huanchaco, Tag 22

Huanchaco ist etwa 15km vom Stadtzentrum von Trujillo entfernt. Wir fahren mit dem Omnibus in Zentrum, um von dort zu den beiden Pyramiden der Moche, der Huaca del Sol und Huaca de la Luna. Auf dem Hinweg können wir uns dann auch das Stadtzentrum von Trujillo angucken.

Der Plaza de Armas, den es scheinbar in jeder Stadt in Peru zu geben scheint, hat hübsch restaurierte Kirchen und ein majestätisches Monument in der Mitte.

Die Fußgängerzone zum Einkaufen ist ebenfalls sehr schick anzusehen, doch leider (auch fast wie immer) von Elend geprägt. Auch befinden sich hier ein paar Casinos, in Chiclayo gab es auch welche. In Ecuador haben kein einziges gesehen. Vermutlich ist die Glücksspielgesetzgebung in Peru lockerer.

Wir versuchen dann einen Minibus zu finden, der zu die den Pyramiden. Nach den gefühlt einhundert Bussen, die nicht zu unserem Zielort fahren, erspähen wir endlich einen, der aber auf der anderen Straßenseite hält. Céline rennt auf die vollbefahrene Kreuzung und ich gerate fast zwischen zwei Minivans. Das hätte fast geklappt, doch der Minibusfahren hat unsere lebensmüde Aktion bemerkt und wartet eine Ecke weiter auf uns und wir können einsteigen. Die Schaffnerin findet das zum Totlachen.

Wir denken, der Bus sei voll, als wir einsteigen, doch es passen tatsächlich noch 6 Leute stehend in diesen winzigen Minivan, insgesamt über 20 Leute. Drei Leute neben Fahrer, ich mit drei anderen auf der vorderen Rückback, dann die Schaffnerin, 6 stehende Leute und dann nochmal 10 – 12 Leute auf den hinteren Sitzen. Sehr kuschelig, doch auf dem halbstündigen Weg zu Pyramide steigen die meisten aus und wir sitzen am Ende alleine im Bus.

Das Gelände auf dem sich die Pyramiden befinden liegt im Bereich der Küstenwüste. Dieses Gebiet soll früher im 6. Jahrhunder zur Blütezeit der Moche einmal fruchtbar gewesen sein. Doch dann setzte eine dreißigjährige Dürre ein, die zum Untergang der Kultur führte. Das Klimaphänomen El Niño soll dabei für die Desertifikation mit verantwortlich sein.

Die archäologische Stätte lässt sich grob in vier Bereiche einteilen: Die große Pyramide Huaca de la Luna und die kleinere Huaca del Sol, dazwischen befinden sich die spärlichen Überreste der alten Moche-Stadt und im hinteren Bereich gibt es noch ein Museum, das wir nicht besuchen.

Die Sonne ballert mit voller Kraft auf uns herab und wir müssen zunächst Tickets für die Führung kaufen (ohne Guide kommt man nicht auf die Pyramiden) und dann 500m laufen, um dort 20 Minuten auf die nächste Führung zu warten.

Auf dem staubigen Gelände lungern auch zwei peruanische Nackthunde herum. Diese Hunderasse, deren Hunde fast kein Fell besitzen, ist ein Nationalsymbol von Peru und waren womöglich schon zu Moche-Zeiten ein besonderes Haustier, dem heilende und glücksbringende Wirkungen zugeschrieben wurden.

Die Führung ist auf Spanisch, aber unsere Führerin spricht sehr langsam und deutlich, so dass wir das meiste verstehen können. Mit uns zusammen sind drei US-Amerikaner. Auf die Huaca del Sol können wir nicht, weil dort gerade eine archäologische Untersuchung stattfindet.

Die Pyramiden sind durch die Erosion kaum von Bergen zu unterscheiden und daher etwas unscheinbar. Zum wurden sie von den Spaniern größtenteils zerstört. Doch was sich dahinter verbirgt, ist jedoch nichts weiter als die größte Pyramide des Südamerikanischen Kontinents. 140 Millionen Adobe-Ziegel wurden für den Bau verwendet.

Die Ausgrabung und Teilrestaurierung hat 13 Jahre in Anspruch genommen und war 2005 abgeschlossen.

Im Inneren der Pyramide befinden sich eine Stätte, an denen Menschen (vermutlich gefangengenommene Krieger feindlicher Stämme) geopfert wurden und ein paar Behausungen.

Die Wandmalereien und Friesen sind zum Glück von der Zerstörungswut der Spanier verschont geblieben. Auf einer Wandmalerei sind Tiere, eine Priesterin und zahlreiche Sterne abgebildet. Man vermutet, es könne ich um eine Sternenkarte handeln.

Es ist bereits 16 Uhr und wir fahren wieder zum Strand nach Huanchaco, um dort noch einmal den tollen Sonnenuntergang sehen zu können.

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