Lima, Parque de la Reserva, Tag 38

Céline ist mit Liz im Museum für Moderne Kunst, ich hingegen schlafe aus. Marcos Oma hat uns derweil ein riesiges Frühstück gemacht. Bis zum Mittagessen bin ich mit Fotos bearbeiten und bloggen beschäftigt.

Maxi, Marcos Onkel isst mit uns Mittag. Er ist Neurologe hat gerade im Radio ein Interview über Hirnaneurysmen gegeben. Im Radio erklärt er, dass in Japan man einen Nachweis für den Arbeitgeben braucht, dass man nicht an einem Aneurhysma erkrankt ist, damit sich gesund überarbeiten kann und nicht sofort umfällt wie ein freistehender Besen. Wie gut er reden kann, demonstriert er auch am Esstisch. Er fragt uns über das Leben in Europa und über Deutschland. Doch egal über welchen Aspekt wir sprechen, er schafft es irgendwie immer, das Gespräch auf Fußball zu lenken.

Marcos Oma und sie erzählt über ihr Leben, wie sie in Puerto Moldonado aufgewachsen ist. Damals gab es dort noch keine befestigten Straßen und nur Radio. Wie Iquitos war Puerto Moldonado von der Außenwelt abgeschnitten, doch mittlerweile kann die Stadt über den Landweg erreichen.

Danach gehen wir Blumen für Liz und Marcos Oma kaufen. Im Blumenladen bindet und der Verkäufer für umgerechnet 10€ zwei wunderschöne Sträuße, was aber ein bisschen dauert. Zwischenzeitlich fragen die anderen Verkäuferinnen woher wir kommen. Als wir sagen, dass wir aus Deutschland kommen, freuen sie sich und sagen, dass WIR sicherlich den WM-Titel gewinnen werden. Nebenbei läuft der Fernseher. Es läuft eine der beliebtesten Sendungen im peruanischen Fernsehen: “Esto es guerra!” (Das bedeutet Krieg). Darin gibt es nur perfekte Menschen zu sehen, viel Fleisch zeigende Frauen in Bikini und halbnackte Männer. Zuerst gibt es einen Tanz mit Frauen in Hotpants in den Farben der argentinischen Flagge.

Im eigentliche Spiel geht es darum, dass zwei Teams bestehend aus Frauen und Männern gegeneinander verschiedene Geschicklichkeits-, Kraft- und Ausdaueraufgaben absolvieren müssen. Zum Beispiel eine Flügelmutter so schnell wie möglich ein Gewinde hochdrehen. Oder einen in einem Wasserbottich schwimmenden Apfel nur mit dem Mund herauszuholen. Der Verlauf, Hintergründe und Streitereien der Sendung werden auch in den Tageszeitungen besprochen.

Am Abend gehen wir in den Parque de la Reserva, einem Erholungpark mit vielen Springbrunnen, Licht- und Wasserinstallationen. Um in den Park zu kommen, muss man ein paar Soles Eintritt bezahlen. Der Park ist ruhig, sauber und die Besucher haben sichtlich Spaß mit den Wasserspielen. Hier gibt es auch Shows, bei denen die Wasserfontänen mit Projektoren und Lasern beleuchtet werden. Dazu gibt es Musikuntermalung. Der Parque de la Reserva lag übrigens von 1960 bis in die 90er brach, doch innerhalb eines Jahres wurden 2006 Wasser- und Lichtinstallationen gebaut und der Park konnte 2007 eröffnet werden. Ich persönlich halte das für ein sinnvolles und preislich günstiges Konzept für den Flughafen Tempelhof oder den vor sich hin gammelnden Spreepark.

Zum Abendessen gehen wir Anticoches essen, Spieße mit Herzfleisch, dazu gebratener Mais. Es schmeckt köstlich. Aber als Vegetarier wird man in Peru wahrscheinlich nicht so richtig glücklich. Fast alle peruanischen Gerichte werden mit Fleisch oder Fisch zubereitet: Ohne Fleisch heißt hier mit Pollo, also mit Hähnchenfleisch. Einem Vegetarier bleibt meistens nur Salat oder beim Chinesen eine Reispfanne mit Gemüse zur Auswahl, zumindest wenn man günstig essen will.

Als wir nach Hause kommen, schläft Marcos Oma in ihrem Zimmer bei Festbeleuchtung und voller Lautstärke. So schläft sie immer am besten ein.

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