Cusco / Aguas Calientes, Tag 41

Zuerst müssen wir mit dem Minibus nach Ollantaytambo fahren. Bevor es mit dem Zug nach Aguas Calientes geht, haben wir noch ein bisschen Zeit in diesem Dorf.

Dort gibt es eine archäologische Stätte, eine Inka-Festung zum Schutz vor Machu Picchu. In den Bergen befinden sich außerdem weitere Inka-Ruinen. Das wollen wir uns aber erst übermorgen anschauen, denn dafür braucht man das Boleto Touristico. Dieses Ticket gilt je nach Preis für zwei oder zehn Tage und man kann damit unterschiedliche Sehenswürdigkeiten in Cusco und Umgebung betreten. Vor dem Eingang der Festung steht ein Mann, der sich als Inka verkleidet hat. Er trägt ein Schwarzes Gewand, einen Goldhelm, viel Goldschmuck und hält einen Speer in der Hand. Das soll wohl Touristen anlocken.

Wir haben uns spontan dazu entschieden, uns für eine Nacht ein Hostel zu reservieren. Wir finden ein Hostel für 60 Soles, danach telefonieren wir und müssen noch ein paar Sachen im Internet checken.

In dem Locutorio – so heißen hier die Internetcafés, in denen man auch telefonieren kann – spielen ein paar Kinder an den Computer Age of Empires II, GTA Vice City und Wimmelbildspiele. Auch sonst ist die Spieleauswahl ganz gut, aber deswegen sind wir ja nicht hergekommen. Internet dagegen gibt es dagegen nur im Schneckentempo, der Ping nach google.com ist etwa 300ms. Ich habe das Gefühl, je weiter wir nach Süden reisen, desto langsamer wird das Netz. Bis Google Maps mal eine Karte anzeigt, vergeht eine halbe Ewigkeit. Aber irgendwie quetscht sich durch die Leitung, was wir suchen.

Dann geht es in den Zug. Diese Bahnstrecke ist im Verhältnis zu ihrer Länge die teuerste von ganz Peru. Auf der zweistündigen Fahrt beginnt sich die Landschaft zu ändern, von kargen großen Bergen zu extrem steilen, bewachsenen. In diesen Bergen befindet sich Machu Picchu. Auf der Zugfahrt läuft diese peruanische Musik, die mit Keyboards unterlegt ist und in etwa so klingt wie die bei den Indianern in der Fußgängerzone. Zum Glück habe ich mein Tablet und gucke mit Kopfhörern Fitzcarraldo. Zwischendurch werden Heißgetränke und Süßgebäck serviert.

Aguas Calientes ist ein echter Touri-Ort, der voll und ganz auf das nahegelegene Machu Picchu ausgerichtet ist. Es gibt Restaurants, Cáfes, Souvenirgeschäfte und Wellnessangebote. Mit dabei sind natürlich auch wieder die Drückerkolonnen und wir werden alle paar Meter ungefragt angesprochen, ob wir eine Tour nach Machu picchu, eine Massage oder etwas essen wollen. Eine Massage-Laben wirbt groß mit „Inka Hadns“ (so geschrieben).

Die Entwicklung, die das kleine Aguas Calientes mit seinen heutigen 2000 Einwohnern durchgemacht hat, ist erstaunlich. Vor 100 Jahren, als Machu Picchu entdeckt wurden, standen hier eine Handvoll Häuser. Vor 40 Jahren gab hier noch nicht einmal Strom. In den letzten 10 Jahren ist die Stadt noch touristischer und aufgeräumter geworden; die Obstverkäufer wurden Souvenirgeschäfte ersetzt.

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