Puno, Tag 53

Die Hafenstadt Puno, die am Titicaca-See liegt, ist unser letzter Halt, bevor wir nach Bolivien einreisen. Um dort hinzukommen, haben wir uns eine extra billige Buslinie ausgesucht.

Auf den Busbahnhöfen herrscht eine Stimmung wie auf dem Markt, denn die Leute hinter den Ständen der verschiedenen Busgesellschaften rufen ständig lautstark die Städtenamen der Zielorte aus. Man muss nur die Städtenamen durch Gemüsesorten ersetzen, dann wär es tatsächlich ein Markt. Die Verkäufer wiederholen die Städtenamen möglichst oft und so schnell wie möglich hintereinander. Wer dreimal hintereinander Arequipa sagen kann so schnell wie der Typ am Stand neben uns, bekommt ein Bier.

Auf der Busfahrt geht es zu wie auf einer Werbefahrt. Ein Waschmittelvertreter in Schlips und Kragen mit Mikrofon versucht lautstark nutzlose Produkte zu verkaufen. Das ist noch aufdringlicher als bei Easyjet und schlimmer als Fernseher im Bus. Zum Glück ist der Typ nach einer halben Stunde weg und die Fernseher im Bus sind nicht funktional.

Die Busfahrt geht durch das hässliche Juliaca, das in meinem Reiseführer als Schandfleck tituliert wird. Hier gibt es nur unverputzte und unfertige Gebäude. Aber Puno ist auch nicht viel schöner, naja bis auf den Hafen und den Titicaca. Als wir am Hostel mit dem Taxi ankommen, entledigt sich ein Mann auf offener Straße, auch ein interessantes Konzept von City-Toilette.

Puno hat 120000 Einwohner und liegt 3800m über Normalnull, daher wird es nachts richtig kalt, etwa 5°C unter Null. Durch den Titicacasee, der der höchste kommerziell schiffbare See der Erde ist (Wikipedia), wird aber etwas Tageswärme gespeichert und sinkt nicht noch tiefer. Am Hafen kann man auf dem Pier wunderbar am Wasser spazieren gehen, alles ist geschmückt für das kommende Nationalfest und es gibt eine Parade. Im Bahia Interior, einem Seitenbecken des Sees, fahren viele Leute mit Tretbooten umher. Die Ufer sind voller grüner Entengrütze.

Im Hostel gibt es keine Heizung, daher wird es nachts richtig kalt. Ich frage mich, warum man die Wärme, die die Sonne über den Tag abgibt (es wird tagsüber bis zu 20°C), nicht besser nutzt. Heizkörper wären natürlich ungünstig, weil die Luft ohnehin schon trocken genug ist. Besser wäre natürlich eine Fußbodenheizung mit Solarthermie. Aber ich träume, drei Decken, drei Pullover und drei Paar Socken müssen halt zum Schlafen reichen.

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