Adios Peru, vamos Bolivia!, Tag 54

Vormittags schlendern wir durch Puno, gehen auf den Markt und geben unsere letzten Soles aus. Ich kaufe mir eine Mütze und Handschuhe, Céline sich einen Pullover.

Doch vor dem Nationalfeiertag werden die Bürgersteige hochgeklappt. Daher sind nicht mehr alle Geschäfte und Stände offen oder verkaufen nur noch das Nötigste, Sandwiches gibt es zum Beispiel nur noch an einem einzigen Stand im Markt.

Dann fällt mir mein Fischaugenaufsatz für mein Objektiv herunter auf den gepflasterten Fußweg und die Linse zerspringt zwei Teile und tausend Splitter. Das ärgert mich, aber es war ja auch nur als Spielerei gedacht und hat seinen Zweck erfüllt.

Beim durch die Straße laufen sieht man häufig uniformierte Kapellen und wir zucken manchmal zusammen, wenn in die Luft geschossen wird. Die Volksfeststimmung wird gegen Mittag stärker, es gibt mehr Musik, mehr Lautsprecher und mehr Schüsse. Bevor es hier zu sehr nationalistisch zu geht, machen wir uns auf dem Staub und fahren mit dem Bus nach Bolivien.

Peru war das vielseitigste, in dem ich bisher war. Es fühlte sich an wie zig Länder in einem. Man hat den touristisch wenig erschlossenen Norden, Huanchaco das Strandparadies, Huaraz als Ausgangspunkt für die Wanderungen in die schönsten Berge, Lima als Metropole, Iquitos und den Dschungel, die Inka-Metropole Cusco mit dem Monument Machu Picchu, das Canyonland in Arequipa und den Titicacasee. Als das in einem Land und wir haben noch nicht einmal alles sehen können! Jeder dieser Orte fühlt sich besonders und eigen an, hat unterschiedliches Wetter, unterschiedliche Menschen, andere Musik, anderes Essen, andere Bräuche, andere Kleidung.

Eine besondere Gastfreundschaft (abgesehen von Marco und seiner Familie) kann ich den Peruanern aber nicht nachsagen. Es gab natürlich auch viele freundliche, neugierige und hilfbereite Peruaner, doch viele, denen wir auf der Straße begegnet sind, wollten von uns Gringos nur das pure Geld. Doch abgesehen davon, war durch Peru zu reisen und das Land zu entdecken eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Am Grenzübergang muss man wieder die üblichen Formulare ausfüllen und angeben, dass man sich nicht mehr als 30 Tage in Bolivien aufhalten darf. Über dem Schalter hängt ein riesiges Portrait von Evo Morales. Es gibt auch Hunde, aber die sind friedlich. Ein paar Schafe grasen umher und eine Klofrau sitzt vor dem Toilettenhäuschen mit der Aufschrift “To Go The Toilet” und wartet auf Kundschaft.

Nach dem wir den Grenze passiert haben, geht es mit dem Bus einen Katzensprung weiter nach Copacabana, einer kleinen Hafenstadt am Titicacasee. Wir laufen etwas mit unseren schweren Rucksäcken umher, denn das Hostel ist etwas unauffällig gelegen, so dass wir ein paar mal daran vorbeilaufen.

Bolivien ist preiswerter als Peru. Das Zimmer kostet umgerechnet 8€ die Nacht, ist klein, sauber und es gibt eine Elektrodusche mit lauwarmen Wasser. Dann gehen wir noch etwas essen und ich verputze meine erste Pizza der gesamten Reise. Bolivien kann kommen.

This entry was posted in Reisen. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>