Isla del Sol, Tag 57

Es gibt zwei Wege auf der Insel, die von Norden nach Süden führen. Heute bewandern wir beide, den einen hin und den anderen zurück.

In dem Dorf, wo sich unser Hostel befindet, geht es zunächst bergauf. Dort befinden sich viele Tiergehebe, in denen Schweine, Esel und Lamas gehalten werden. Als ich bei einem Gehege über die Mauer gucke und nichts ahne, stoße ich mit dem Kopf fast mit einem Lama zusammen, dass seinen Hals aus Neugier nach oben streckt und ich erschrecke mich fast zu Tode.

Um den Norden der Insel betreten zu dürfen, muss man sich ein Ticket für wenige Bolivianos kaufen. Das nächste Dorf ist erst ein paar Kilometer entfernt, der Weg dorthin manchmal nur rudimentär erkennbar. Dort scheucht eine Frau ihrer Schafherde durch die Gassen. Die Laternen sind improvisiert, sie bestehen aus einer Energiesparlampe und einem halbierten Plastikkanister als Regenschutz.

Ein alter Mann mit strahlendweißen Zähnen fragt uns nach dem Weg. Ein solches vollständiges Gebiss ist eine Rarität in Bolivien, den meisten Menschen fehlen mehrere Vorderzähne. Manchmal sind diese vollständig oder teilweise durch Goldprothesen ersetzt, so dass die betreffenden Gebisse aussehen wie Grillz von Rappern.

Am Strand sühlt sich eine Schweinefamilie. Es riecht nach Fisch. Ein Stück weiter gibt es eine Schule, deren Begrenzungsmauer mit Konteifeis von Che Guavara, Evo Morales und anderen Politikern bemalt ist.

Im Norden gibt es eine Halbinsel mit einem kleinen Dorf mit Hotels und ein paar Restaurants, die leckere gebratene Forellen frisch gefangen aus dem See anbieten, wovon wir welche probieren. Im Restaurant stoßen ein paar Franzosen auf uns.Ich dachte zunächst, das wir nur auf Franzosen treffen läge nur an Célines französischsprachigem Reiseführer, doch es reisen tatsächlich überdurchschnittlich viele Franzosen nach Bolivien. Und das, obwohl Bolivien in Frankreich nicht sonderlich beworben wird.

Auf dem Rückweg geht es an den Inka-Ruinen vorbei und durch eine erneute Boleto-Kontrolle, in dessen Nähe gerade ein Dach von zehn Bolivianern gedeckt wird. Naja, acht schauen zu und zwei arbeiten. Céline läuft mir 200m voraus und zeigt die Tickets für uns beide vor. Ich komme später nach und werde durchgewunken. Ein kleiner Junge bekommt nicht mit, dass ich schon bezahlt habe, rennt mir hinterher und zieht mir am Pullover, worauf hin die Leute, die gerade am Dachdecken sind, in Gelächter ausbrechen.

Nachdem wir heute 25km gewandert sind, brauchen wir eine Dusche, doch es gibt keinen Strom im Hostel deswegen kein Warmwasser, doch Céline ist mutig, während ich mich tot ins Bett fallenlasse.

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